Corradi
Vertiefungen

Marco und Gianluigi Giammetta: Die Beziehung zwischen Architektur und Hi-Tech verändert unseren Lebensstil

Marco und Gianluigi Giammetta: Die Beziehung zwischen Architektur und Hi-Tech verändert unseren Lebensstil

„Ein Haus ist eine Wohnmaschine“, schrieb Le Corbusier. Er hatte ganz sicher keine Vorstellung davon, wie sehr seine Aussage in einer nicht einmal allzu fernen Zukunft der aktuellen Realität entsprechen sollte. Die Wohndimension, die als ein intimer Raum der Selbstfindung oder eine weiße Leinwand, die den ganz eigenen Stil und die Persönlichkeit zum Ausdruck bringt, betrachtet wird, ist heute mehr denn je eng verbunden mit dem Hi-Tech-Universum. Und genau diese Kombination hat unseren Lebensstil entscheidend verändert und nicht nur unseren Blick für den Wohnraum, sondern auch den Gestaltungsansatz der Fachleute gewandelt. Wir haben uns mit Marco und Gianluigi Giammetta, den Architekten-Zwillingen und Inhabern des Architekturbüros Giammetta Architects in Rom unterhalten und gemeinsam eine Entdeckungsreise auf der Suche nach den Technologien unternommen, die unsere Auffassung von Wohnraum grundlegend geändert haben.

Das Hi-Tech verbessert das Leben durch Zeit und Geschwindigkeit

Unsere Unterhaltung mit den Brüdern Giammetta beginnt mit einer Grundsatzfrage zum Thema modernes Wohnen: In welcher Weise hat das Hi-Tech unsere Lebensstile verändert?

Daran haben die Architekten Giammetta keinen Zweifel: „Der technologische Fortschritt hat in der Tat die Realität dupliziert und dadurch eine Dualität zwischen Realität und Virtualität geschaffen, die heute integraler Bestandteil unseres Lebens ist. Alles hat sich inzwischen geändert: die Arbeit, die Beziehungen. Unser Leben ist ständig mit dem System verbunden, das uns hilft, zu entscheiden, zu handeln, Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen und die Zeiten zu verkürzen. Geschwindigkeit und Zeit sind jetzt die neuen Parameter, mit denen wir uns messen müssen”.

„Von Radio und Fernsehen bis hin zu Computern und künstlicher Intelligenz“, fahren sie fort, „die Technologie hat nie aufgehört, mit ihrem Schöpfer, dem Menschen, in Kontakt zu treten, der seine Erwartungen in die Zukunft projiziert, mit dem einzigen Ziel, sein Leben zu verbessern. Heute sehen wir aber auch die Grenzen dieses technologischen Fortschritts auf Kosten der Lebensqualität. Wir leben einen Moment der aufmerksamen Auseinandersetzung mit den Themen der Umwelt und des Umweltschutzes, welche schon bald die Spielregeln ändern wird“.

Die Innovation hat eine grüne Seele

Welche Innovationen werden angesichts dieses verstärkten Augenmerks auf eine nachhaltige Architektur den Lebensstil und die Art und Weise der Wohnraumplanung maßgeblich ändern?

Die Überlegungen der Architekten Giammetta gehen von einer Annahme aus: „Die Rückkehr zur Natur ist nicht nur ein aktueller Trend, sondern eine Notwendigkeit. Die Moderne hat ein von der Natur völlig losgelöstes Wohnmodell geschaffen, was zu einer Dichotomie zwischen Gebäuden und Grün geführt hat. Man suchte nach einer Beziehung, einer Öffnung, konnte aber keine osmotisch integrierte Lösung finden“.

Und genau hier setzt die Innovation an: „Heute ist das Grün Teil der Architektur und wird zu ihrem formalen und auch funktionalen Angelpunkt. In diesem Versuch, die Natur einzubeziehen und in ein echtes Gestaltungsinstrument zu verwandeln, lässt sich eine noch in den Kinderschuhen steckende Idee erkennen, deren Grundprinzip die Rückkehr zu den Ursprüngen ist. Das Außen kommt nach innen und das Innen nach außen.

Bei den neuen Raumideen wird versucht, die natürlichen Elemente oder ihre Metapher in den Wohnraum zu integrieren. Licht, Materie und Entwurf tragen dazu bei, diese beruhigende Idee zu erwecken”.

Hausautomation und Nachhaltigkeit

Wenn sich Indoor und Outdoor einander im Zeichen der Natur nähern, nach einem Ansatz, der auch für den Corradi-Stil charakteristisch ist, entwickelt sich die Wohndimension im Eilschritt in Richtung Zukunft. Dies ist den technologischen Lösungen zu verdanken, die die Nutzung der Wohnbereiche und damit auch der Außenbereiche, umschreiben und zum einen versprechen, unsere Gewohnheiten zu vereinfachen, und zum anderen gewährleisten, die Indoor- und Outdoor-Bereiche immer zugänglicher und inklusiver zu gestalten: Das ist bei der Hausautomation. der Fall.

„In diesem Bereich“, erklären die Architekten, „entwickeln sich die Neuheiten ständig weiter, der Prozess der künstlichen Intelligenz ist die Zukunft in der Entwicklung dieses Systems, das die Nutzbarkeit der Wohnbereiche durch den Menschen vereinfachen und verbessern soll. Die Steuerung aller automatisierten Geräte über unser Smartphone gilt inzwischen als selbstverständlich. Die neuen Stimmerkennungssysteme helfen auch Menschen mit Behinderungen, Räumlichkeiten und Geräte einfach und schnell nutzen zu können. In einer nicht allzu fernen Zukunft wird das Haus ein intelligentes System sein, das die Technologie nicht nur auf funktionaler Ebene nutzt, sondern auch in der Lage sein wird, unsere Bedürfnisse verstehen, interpretieren und erfüllen zu können.

Es ist das Smart-Universum, das die Grundlagen für eine nachhaltige Innovation legt: „Die intelligente Steuerung der angewandten Technologien über die Hausautomation“, erklären Marco und Gianluigi Giammetta, „tut nichts anderes, als den Verbrauch und die Schadstoffemissionen erheblich zu reduzieren. Die Integration der technologischen Anlagen mit ihren neuen Produktionssystemen für alternative Energie erobert in großem Stil den Prozess der Bauproduktion, indem sie nachhaltige und leicht steuerbare Modelle schaffen. Reduzierung der Betriebskosten und Optimierung des Energiekonsums bieten dem architektonischen Organismus die Möglichkeit, auf immer weniger belastende Weise mit der Umwelt, in der sie integriert sind, zusammenzuleben”.

Vom Entwurf zu den neuen Wohnstilen: Die Zukunft ist Hi-Human

Die faszinierendste Zukunft wird von Innovationen im Zusammenhang mit der 3D-Welt gekennzeichnet sein, einem Szenario, das sich die beiden Architekten aus Rom so vorstellen: „VR-Brille, realistische 3D-Umgebungen und ein virtueller Assistent, der Sie auf dem Rundgang bei der Entdeckung des Raums begleitet: Die Projektpräsentation wird wie eine echte Medienerfahrung aufgebaut sein”. Das Haus der Zukunft stellen sie sich folgendermaßen vor: „Mutierend, da es sich an den Wandel der aktuellen Gesellschaft anpassen kann, kollektiv, weil es immer mehr mit dem Konzept des gemeinsamen Wohnens verbunden sein wird, wiedervereint, da es wieder einen Begegnungspunkt mit der Natur und der Nachhaltigkeit finden wird, smart, weil es immer mehr von Technologie und Geräten durchdrungen sein wird”.

Im Bereich des Wohnens zeichnen sich neue Trends am Horizont ab, aber nach Meinung der Architekten Giammetta gibt es einen Trend, der sie alle umfassen wird und mit einer Art von neuem Humanismus zu tun hat: „Die Technologie stellt den Menschen in den Mittelpunkt des Raums, in dem er lebt, verbindet ihn mit diesem und lässt ihn auf dynamische Weise interagieren, als ob der Raum selbst ein Lebewesen wäre”. „Der Wohnstil der Zukunft“, so verraten sie, „wird Hi-Human sein”. Und wir können es kaum abwarten, dies zu erleben.

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