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Vertiefungen

„Meine Aufgabe ist es, der vorhandenen Natur und der ihr innewohnenden Schönheit den gebührenden Respekt entgegen zu bringen“. Interview mit dem Gartendesigner Erik van Gelder

„Meine Aufgabe ist es, der vorhandenen Natur und der ihr innewohnenden Schönheit den gebührenden Respekt entgegen zu bringen“. Interview mit dem Gartendesigner Erik van Gelder

Die Suche nach der tieferen Ordnung der Natur und ihre Umsetzung in Design-Elemente, die sich perfekt in die Zweckmäßigkeit des Alltags integrieren lassen, um einen Außenbereich zu schaffen, der sich durch Stil und Komfort auszeichnet: Willkommen im Beruf des Gartendesigners, einem Profi, der mit vielen Anregungen umzugehen weiß, um mit Fachkompetenz und Intuition unsere Grünflächen einfach unvergesslich zu gestalten.

Doch wie können wir die Kombination von praktischen Erfordernissen und ästhetischen Inspirationen voll ausschöpfen, wenn wir einen Wohngarten anlegen oder erneuern wollen?

Um diese und andere Fragen zu beantworten, haben wir den holländischen Landschaftsarchitekten und Gartendesigner Erik van Gelder interviewt, der sich bei seiner Arbeit von den natürlichen Elementen inspirieren lässt, die er dann in Formen und Materialien umsetzt.

Van Gelder, Autor des Buches XTRRDNR GARDENS, in dem er seine Vision der Architektur in Wort und Bild beschreibt, möchte seinem Stil keinen Stempel aufdrücken und ist sich immer bewusst, dass „die Bedürfnisse und Wünsche des Kunden zu erfüllen sind“.

Heute entdecken wir zusammen mit ihm, wie Outdoor-Bereiche geschaffen werden, die Schönheit und Funktionalität verbinden.

Inspiration aus der Natur schöpfen, um Lebensräume zu schaffen

Bei der Gestaltung Ihres Außenraums ist es von grundlegender Bedeutung, über den Kontext - ob es sich nun um einen natürlichen oder städtischen Bereich handelt - nachzudenken, in dem der Garten eingefügt ist.

Wie van Gelder uns auch verrät: „Meine Aufgabe ist es, der vorhandenen Natur und der ihr innewohnenden Schönheit den gebührenden Respekt entgegen zu bringen“. Tatsächlich wird ein Ökosystem zwischen Garten und Bezugsumgebung geschaffen, und das kann eine sehr wichtige Trumpfkarte sein.

Van Gelder erklärt uns, dass „der umgebende Kontext immer eine grundlegende Rolle bei der Gestaltung des Gartens spielt: wenn es attraktive Details gibt, integriere ich sie gerne in die Gestaltung des Outdoor-Bereichs. Wenn sich der Garten zum Beispiel in einer Hügellandschaft befindet, könnte ich einige Wellen hinzufügen, wenn wir uns in der Nähe von Wasser befinden, könnte ich einige Wasserspiele vorschlagen“.

Wie verhält es sich, wenn der Bereich, in dem wir uns befinden, stattdessen wenig inspirierend ist? „In diesem Fall werde ich mich bemühen, eine Nische zu schaffen und das zu verbergen, was störend sein könnte: In jedem Fall wird die Privatsphäre stets geschützt werden.

Outdoor versus Indoor: Wie lässt sich Harmonie schaffen?

Eine der häufigsten Herausforderungen bei der Gestaltung der Architektur eines offenen Bereichs in einem Haus besteht darin, die richtige Verbindung zwischen Indoor und Outdoor zu finden. Wir fragten Erik van Gelder, ob das Innendesign das Außendesign beeinflussen kann - und umgekehrt - und ob es einen Dialog zwischen diesen beiden Disziplinen gibt: „Ich glaube, dass die Menschen ihre ästhetischen Vorlieben im Innenbereich zeigen“, sagt er, „in der Privatsphäre ihres eigenen Heims, und ich berücksichtige das, wenn ich ihre Gärten gestalte, indem ich eine Interaktion zwischen Innen und Außen schaffe. Dies bedeutet nicht unbedingt, dass die gleichen Effekte reproduziert werden müssen: Manchmal ist es genau so interessant - vielleicht sogar noch interessanter - einen Kontrast zwischen den Stilen zu schaffen!”.

Auch in Bezug auf die Materialien kann man nach Analogie oder Kontrast arbeiten: Es gibt Fälle, in denen man verschiedene Komponenten zwischen Innen und Außen verwendet, andere, in denen man eine gewisse Kontinuität vorschlagen kann, aber auf originelle Weise. „Warum sollte man zum Beispiel wasserdichte und typischerweise im freien verwendete Materialien nicht auch innerhalb des Hauses verwenden?“ sagt van Gelder. „Schauen Sie sie einfach mit einem anderen und inklusiveren Blick an, der sie möglicherweise erstaunen wird“.

Die Quintessenz der Ästhetik ist die Zweckmäßigkeit

Jeder Kunde hat spezielle Bedürfnisse und Wünsche: van Gelder beschließt, sie sich alle anzuhören und mit ad hoc entworfenen Einrichtungselementen zu erfüllen, mit dem persönlichen Ansatz, der auch die Arbeit von Corradi bei der Gestaltung von Lebensräumen im Freien auszeichnet.

„Es ist wichtig zu erkennen, dass wir das Zweckmäßige schön gestalten können: Wenn Sie zum Beispiel einen technischen Raum für einen Swimmingpool benötigen, können Sie ein Design-Poolhaus entwerfen, um ihn zu kaschieren. Wenn der Kunde einen überdachten Stellplatz für sein Auto wünscht, wird dieser auf ansprechende Weise in die Grünfläche integriert.

Gerade aufgrund der Berücksichtigung des praktischen Bedarfs als Entry level kann unser Außenraum das gewisse Extra, den Pinselstrich eines wirklich einzigartigen Stils, die unverzichtbare Funktionalität erhalten, die ihn jeden Tag mit extremem Komfort bewohnbar macht.

Van Gelder schlägt vor, auch bei der Interpretation von konstruktiven Bedürfnissen und Kundenwünschen stets den Schwerpunkt darauf zu legen, „Organisation in die Natur zu bringen und dabei tiefen Respekt vor ihrer intrinsischen Schönheit zu zeigen“.

Sich die Entwicklung von Natur und Materie vorstellen: Eine machbare Herausforderung

Das Streben nach Zweckmäßigkeit kann nicht das einzige Element sein, mit dem es ein Gartendesigner zu tun hat. Zu den Herausforderungen, die bei der Gestaltung eines grünen Outdoor-Bereichs zu bewältigen sind, gehört auch die Tatsache, dass es sich um Räume mit vielen Einschränkungen handeln kann: strukturelle Strenge, zu schützende Infrastruktur, nicht änderbare Flächenmaße.

Der Designer weiß, dass er in jedem Fall „etwas erfinden“ muss, wie es Erik van Gelder tat, als er sich mit dem Entwurf eines Dachgartens in Dordrecht, Holland, konfrontiert sah.

Das Ereignis ist besonders bedeutsam, da es davon erzählt, was passiert, wenn man die Natur an die menschliche architektonische Vision „anpassen" muss, ohne sie jemals ihres Potentials zu berauben.

„Mein Ziel war es, einen Garten auf drei Ebenen zu schaffen“ erzählt van Gelder, „um dem Dach ein sehr modernes Aussehen zu verleihen. Gleichzeitig wollte ich aber, dass man auch die alten Gebäude in der Gegend von der Terrasse aus sehen konnte, die dem Bereich eine wirklich unglaubliche Aussicht bot. Meine Idee, unter Berücksichtigung der Eigenschaften der Panoramaterrasse zu entwerfen, war nicht einfach umzusetzen, aber ich habe durchgehalten, und das Ergebnis war wirklich beeindruckend“.

Dieses phantasievolle Vorhaben, bei dem sich Altes und Modernes mit starken Designlinien und Visionen von Ruhe am Horizont vermischen, hat sich gut mit der Stille des Grüns verbinden lassen.

Dies zeigt uns, dass die Natur, an deren Freiheit es nie mangeln darf, immer und auf jeden Fall mit menschengerechten Räumen und mit Konstruktionen und Materialien wie Pergolen, Stahl, Aluminium in Dialog treten kann - genau wie in der Vision von Corradi, immer auf der Suche nach dem perfekten Gleichgewicht.

Die Verschmelzung von natürlichem Ausdruck und Materie entsteht, wenn es gelingt, alle vier Elemente zu berücksichtigen - Wasser, Luft, Erde und Feuer - die laut van Gelder „eine extreme Anziehungskraft haben und sehr ausdrucksstark sind. Das hilft uns als Menschen immer, uns daran zu erinnern, wie tief wir mit der Natur verbunden sind“.

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